Mit Rani zum 13ten Mal „on tour“

 

Um die Kornaten mit dem Segelboot zu durchqueren (was mein Wunsch war), mussten wir ein größeres Boot haben, auf dem man auch wohnen kann. Deshalb kauften wir eine HAI 760 Kasko.

 

Im September 1990 war es dann soweit und wir konnten die Kasko-Yacht in der Nauticplast-Werft abholen. O Gott!  Was für ein Schreck: der nackte Rumpf und viel, viel Einbaumaterial. Ich weiß nur noch, dass Philipp sagte: „Helga, ich bin überfordert“. Aber es half alles nichts. Zuerst verstauten wir alles im Rumpf, da war ja Platz von oben bis unten zum Kiel. Dann ging es zu Kozel und der Ausbau begann. Es wurde täglich gebohrt, gehämmert, geschraubt, geklebt, Maß genommen, zugeschnitten, gehobelt, geschliffen usw. Auch bei Temperaturen unter null konnte man so manches tun. Blessuren und kleine Arbeitsunfälle wurden weggesteckt und wir schafften es Rani zum Ansegeln am 1. Mai 1991 zu präsentieren.

 

1991 Ende Juli ging es zum ersten Mal für vier Wochen zum Segeln nach Italien und zwar „rund Elba“. Blutige Anfänger, die wir waren, lernten wir gleich die Tücken von Meer – Wind – Sturm – Wellen – Gewitter – Flaute – Dünung (die, die ganze Nacht das Schiff in Bewegung hält) –Sonne – Hitze usw. kennen.

 

1992 war nochmals „rund Elba“ angesagt und zwar im September, denn der August gehört den Italienern, das hatten wir vom Vorjahr gelernt. Noch heute klingt es in meinen Ohren: io, mio, reservato, privato. Davon wurden wir im September verschont, dafür waren aber auch die Tage schon etwas kürzer.

 

1993:  Kornaten wir kommen! Nachdem uns Segelfreunde versichert hatten, dass die Kroatische Inselwelt völlig unbetroffen vom Krieg wäre, haben wir es gewagt, Kroatien zu befahren. Schneiders hatten uns schon angemeldet und so wurden wir wie die Könige empfangen, was heute nicht mehr der Fall ist -–muss aber auch nicht sein -.

 

1994, 1995 und 1996 hieß es Kraljevica (Kroatien).

 

1997 hatte Philipp einen runden Geburtstag und so ging es nach der Feier auf eigenem Kiel ins Ijsselmeer für knapp drei Wochen. – Auch nicht schlecht! -.

 

1998 war das letzte Jahr, wo wir uns mit einem 4-wöchigen Urlaub begnügten. Wieder Mittelmeer und zwar Kraljevica – Adria.

 

1999 und 2000 hatten wir dann alle Zeit der Welt und dehnten unseren Urlaub auf acht Wochen aus, was wir bis heute beibehalten haben.

 

2001 und 2002 trailerten wir gleich nach Biograd der Pforte zu den Kornaten, was einfacher gesagt, als getan war, denn wir mussten jedes Mal die Tücken des Velebit-Gebirges überwinden, was einigen Stress verursachte. Bei jeder Kurve oder Kehre saß einem die Angst im Nacken: Hoffentlich kommt keiner entgegen bzw. hält er seine Spur. Auch die Schlaglöcher nach dem Pass bis Biograd waren nicht ohne.

 

2003, das 13te Jahr fuhren wir mit Gespann nach Italien. Die 12 km Landstraße waren ein Klacks. Wir setzten im Fiume Stella ein, fuhren 7 km zur Lagune Lignano und dann über die Adria  nach Umag (Istrien, Kroatien).

 

Kein Stress mehr beim Trailern, alles locker und leicht und wenn nichts dazwischen kommt, werden wir 2004 den gleichen Weg wählen.

 

Über den schönen Fluss Stella und unsere Erlebnisse in der Lagune werde ich im nächsten  Jahr berichten.

 

Helga Rahn

 pfeil.jpg (780 Byte)