Hoch über Nierstein, rund um Nierstein, eine Weinbergsfahrt

Am Sonntag, den 26. Oktober 2003, trafen sich kurz nach 14.00 Uhr (die Clubboote waren bis 12.00 Uhr unter Dach und Fach im Winterlager) 25 gut eingepackte Seglerinnen und Segler am Niersteiner Bahnhof.

Auf zwei Planwagen – in der Mitte zwischen den Sitzen ein fester Tisch mit vielen Löchern, gerade so groß, dass ein Weinprobierglas reinpasste und damit festen Halt hatte, nicht umfiel und auch nicht vom Tisch sprang, wenn die Fahrt sehr holprig wurde – hatten alle schnell Platz gefunden. Noch bevor die Fahrt richtig losging waren die Gläser gefüllt und das erste „Prost“ zu hören. Für den kleinen Appetit wurde ein Sack Brezel zwischen den beiden Wagen aufgeteilt.

Dann aber zogen die Weinbergstraktoren mit viel Krach unsere Wagen durch Nierstein, mit einem kurzen Stopp beim Winzer zum Auffüllen der Weinvorräte beider Wagen, in die Weinberge, manchmal sehr steil, hinauf auf die Höhe bis zum Rheinhöhenweg. Mit jedem Höhenmeter wurden die Ausblicke über das Rheintal und der Blick ins Land schöner und weiter, bis zum Odenwald, dessen Kammlinie in der Ferne als blaue Berge zu erkennen war. Die Schiffe auf dem Rhein, die Autos und die Züge wirkten wie Teile einer Modellbahnanlage. Dass die Weinbergslagen „Roter Hang“ und „Spiegelberg“ und auch andere teilweise richtige Steillagen sind, erkennt man wirklich nur, wenn man oben an der Kante steht.

Nach der ersten ¾ Stunde wurde kurz gehalten, um sich die Füße zu vertreten und den Blick über das Rheintal noch mal ausgiebig zu genießen. So hörte man: „Schau da ist das Lercheloch, da der Goldgrund, dort hinten sieht man die Kühltürme von Biblis, usw.“

Dann ging es weiter auf der Höhe, wobei jetzt die Weinlandschaft hinter Nierstein immer mehr ins Gesichtsfeld rückte. Der Weg führte jetzt hinunter zur Schwabsburg. Die Türe im Turm war natürlich für uns noch offen, viele stiegen auch bis nach oben um den weiten Blick über den Ort Schwabsburg mitzunehmen.

Inzwischen war es doch schon sehr frisch geworden und auch ein bisschen feucht, leichter Nieselregen hatte eingesetzt. Flott rollten jetzt die Wagen zurück nach Nierstein zum Gutsausschank Hermann Staiger und nach gut 2 ½ Stunden Fahrt freuten sich alle auf die warme Stube. Bei einer Winzerbrotzeit klang dieser schöne Nachmittag (auch wenn sich die Sonne hinter dicken grauen Wolken versteckt hatte) aus, wobei immer wieder zu hören war, es hat sich gelohnt, man sollte bei schönem und warmen Wetter das eine oder andere Teilstück noch einmal erwandern.
Der Vorschlag kam übrigens von unserem Sportwart Winfried Eider.

Manfred Unglaub