"nix wie raus" - nach Lahnstein ins Schlösschen Brauwiesen

 

Emil Stieber war wieder fündig geworden. Emil hatte ein schönes Ausflugsziel entdeckt, gut mit dem Zug zu erreichen, am Wasser, am Rhein gelegen und man kann auch noch gut essen und trinken im Schlösschen Maximilians Brauwiesen.

Am 6. Februar 2000, Sonntag, ging es unter dem Motto "nix wie raus" rheinabwärts nach Lahnstein. Wer von uns öfter den Rhein mit dem Boot abwärts gefahren ist, kennt vielleicht den schönen Anblick von Schamotte – Schlösschen Brauwiesen am Rhein unterhalb der Lahnmündung, direkt gegenüber von Königsbacher. Aber wer hat dann schon Zeit in Lahnstein Zwischenstation zu machen, wollen wir doch möglichst schnell abwärts, den Rhein hinter uns bringen. Deshalb schauten wir uns mal von Land aus, mit der Bahn und zu Fuß dieses Schlösschen an.

Alle 30 Teilnehmer hatten im Zug ab Wiesbaden in einem großen Abteil Platz gefunden. 10.37 Uhr war Abfahrt in Wiesbaden nach einer Kaffepause für diejenigen, die bereits in Gustavsburg, Mainz oder Mainz-Kastel in den Zug gestiegen waren. Ab Walluf hatten wir bis nach Lahnstein den Rhein und sein linkes Ufer fast immer im Blickfeld, für unsere Hollandfahrer eine etwas andere Perspektive als vom Boot aus, für alle aber ein Ausblick auf eine einmalig schöne Landschaft, in der wir leben können.

Unser Ausflugswetter hatte die Organisation persönlich mit Petrus abgestimmt: strahlend blauer Himmel, warme Sonne und Temperaturen wie im Frühjahr – das am 6. Februar. An der Lahnmündung streckte ein Mandelbaum seine ersten Blüten der Sonne entgegen, an anderer geschützter Stelle leuchteten wunderbar gelb die ersten Forsythien. Zutreffend auf jeden Fall das alte Sprichwort: wenn Engel reisen, lacht der Himmel!

Sherry-Time! 11.00 Uhr – der Zauberrucksack, geschultert von Manfred Unglaub, gab so nach und nach einiges zu Trinken und zum Knabbern frei. Es reichte für ein kleines, einfaches Sektfrühstück. Für die Kinder war natürlich Saft im Zauberrucksack. Alles, kreislaufanregend und stimmungshebend, aber die Stimmung war ja von Anfang an schon bestens.

Nach der Bahnfahrt wollten alle ein bisschen laufen und so wanderten wir vom Bahnhof Oberlahnstein über die Lahn, an der Lahn entlang bis zur Mündung und dann am Rhein weiter bis zum Schlösschen von Maximilians Brauwiesen. Ankunft genau richtig – kurz vor 13.00 Uhr.

Unsere reservierten Plätze waren frei und gleich von uns eingenommen und dann ging es los mit dem Ordern von Hell, Dunkel oder Weizen, für Bierverächter gab es natürlich auch noch anderes zu Trinken. Die Haxen, die dann einige serviert bekamen, ließen die anderen schon staunen. Kurz und gut: nicht nur das Bier, auch das Essen und der Service war gut, alle waren zufrieden. Emil hatte eine gute Wahl getroffen.

Nach Hause ging es denselben Weg – alle wollten etwas Bewegung haben nach dem guten Essen und so wanderten wir an Rhein und Lahn entlang zurück zum Bahnhof Oberlahnstein. Obwohl "wanderten" ist vielleicht zuviel gesagt, bei dem Betrieb am Rheinufer musste man sich fast durchwühlen durch die sonnenhungrigen und rheindurstigen Massen, die alle das schöne Wetter zum Spaziergang am Rhein nutzten.

Wir waren rechtzeitig am Bahnhof Oberlahnstein und unser Zug war pünktlich. Im ersten Wagen saßen wieder alle Platz zusammen. Wer wollte konnte dem Lokführer direkt über die Schulter schauen und die Strecke mal aus der Sicht des Lokführers beobachten. Der Zauberrucksack war immer noch nicht leer, er gab immer noch was her, bis kurz vor Wiesbaden, dann war er leicht und leer.

Es war ein schöner Tag. Bahnfahrten, auch im Nahverkehrszug, ist immer Erlebnis – gemütlich zusammensitzen, sich unterhalten, den Ausblick genießen und wie auf dem Rückweg - dem Lockführer über die Schulter gucken und Strecke, Signale beobachten.

Danke, Emil – fürs nächste Jahr findest Du bestimmt wieder ein lohnendes Ausflugsziel.

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